Dienstag, Februar 24th, 2026
Wenn Sie kürzlich am Flughafen Teneriffa Süd (TFS) gelandet sind, ist Ihnen vielleicht nicht nur die warme Brise und die imposante Silhouette des Teide aufgefallen. Hinter den Kulissen durchläuft der Flughafen derzeit eine leise, aber hochmoderne Transformation.
Seit 2021 verfügt Teneriffa Süd über die Zertifizierung auf Level 1 der Airport Carbon Accreditation. Doch die Diskussion über den ökologischen Fußabdruck des Flughafens hat inzwischen einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Mit neuen internationalen Vorgaben und ambitionierten Zielen für erneuerbare Energien, die 2026 in Kraft treten, geht es längst nicht mehr nur darum, Emissionen zu „messen“, sondern sie aktiv zu „reduzieren“.
Die ACI EUROPE Airport Carbon Accreditation (ACA) ist gewissermaßen eine globale „Nachhaltigkeitsrangliste“ für Flughäfen. Sie ist der einzige institutionell anerkannte Zertifizierungsstandard für CO₂-Management an Flughäfen weltweit. Wenn ein Flughafen angibt, nachhaltiger zu werden, erfolgt dies auf Grundlage strenger, unabhängiger Prüfungen.
Das Programm umfasst mehrere Stufen – von Level 1 („Mapping“) bis hin zu Level 5 („Net Zero“). Der Flughafen Teneriffa Süd befindet sich derzeit auf Level 1. Das bedeutet, dass sämtliche direkten CO₂-Emissionen detailliert erfasst wurden, von den Heizungsanlagen im Terminal bis zu den Fahrzeugen auf dem Vorfeld.
Vielleicht fragen Sie sich, warum eine Zertifizierung aus dem Jahr 2021 gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit erhält. Dafür gibt es zwei zentrale Gründe:
Neue Vorgaben aus dem Jahr 2025 besagen, dass Flughäfen nicht unbegrenzt auf der Stufe „Mapping“ verbleiben dürfen. Um die Akkreditierung zu behalten, müssen sie innerhalb von drei Jahren konkrete Emissionsreduktionen nachweisen. Für Teneriffa Süd bedeutet das: Der nächste Schritt von Level 1 zu Level 2 („Reduction“) steht unmittelbar bevor.
2026 ist zugleich das Zieljahr für den „Photovoltaik-Plan“ des Flughafenbetreibers Aena. Das ambitionierte Vorhaben: den Flughafenbetrieb vollständig mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Dieses Ziel gilt für alle 46 spanischen Flughäfen im Aena-Netzwerk, einschließlich Teneriffa Süd. Die Strategie stützt sich dabei auf zwei zentrale Säulen, die sowohl technisch als auch vertraglich eine Umsetzung bis 2026 ermöglichen.
Einen wesentlichen Teil dieses Ziels hat Aena bereits durch eine gezielte Beschaffungsstrategie erreicht:
Zertifizierte Lieferverträge:
Aena hat umfangreiche Stromlieferverträge, im Wert von mehreren hundert Millionen Euro, an Anbieter wie Endesa und Iberdrola vergeben. Diese verpflichten die Versorger, ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Quellen (z. B. Wind-, Solar- oder Wasserkraft) zu liefern.
Sofortige Wirkung:
Dadurch können auch Flughäfen ohne eigene große Solaranlagen unmittelbar auf zertifizierten Ökostrom aus dem nationalen Netz zurückgreifen.
Die zweite Säule zielt darauf ab, Strom nicht nur einzukaufen, sondern direkt vor Ort zu erzeugen.
Eigenversorgungsziele:
Bis 2026 sollen die Flughäfen rechnerisch vollständig aus eigenen Anlagen mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Dafür investiert Aena mehr als 350 Millionen Euro in Solaranlagen auf über 720 Hektar Flughafenflächen.
Großprojekte:
Besonders sichtbar ist der Fortschritt an großen Drehkreuzen. Am Adolfo Suárez Madrid-Barajas entsteht derzeit ein Solarpark mit 120 MW Leistung, der bis 2027 in Betrieb gehen soll.
Aktueller Stand:
Mitte 2025 verfügten bereits zehn Flughäfen über gesicherte Netzanschlüsse für ihre Solarprojekte. Bis 2029 sollen diese Anlagen rund 51 % des gesamten Energiebedarfs des Netzwerks (auf Basis des Verbrauchs von 2019) durch Eigenerzeugung decken.
Im Betrieb:
Was die Nutzung betrifft, laufen die Flughäfen, darunter Teneriffa Süd, bereits heute mit 100 % zertifiziertem Ökostrom dank zentraler Lieferverträge.
In der Erzeugung:
Die vollständige Eigenproduktion vor Ort bleibt hingegen ein mehrjähriges Infrastrukturprojekt. Während einige Standorte schneller voranschreiten, dürfte die vollständige netzweite Eigenversorgung erst gegen Ende des Jahrzehnts erreicht werden.
Durch die Kombination aus eigener Solarproduktion und zertifiziertem Grünstrom stellt Aena sicher, dass Teneriffa Süd und die anderen Flughäfen die Anforderungen für höhere Stufen der Airport Carbon Accreditation erfüllen, auch während der Ausbau der Solarfelder weiterläuft.
Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in Kennzahlen, sondern auch im täglichen Betrieb. Wenn Sie das nächste Mal an Ihrem Gate warten, lohnt sich ein Blick aus dem Fenster: Vielleicht sehen Sie Flugzeuge, die über 400-Hz-Bodenstromanlagen mit dem Terminal verbunden sind.
Früher mussten die Maschinen ihre bordeigenen Hilfstriebwerke (APUs) laufen lassen, um Strom und Klimaanlage bereitzustellen. Heute können diese dank Bodenstrom und sogenannter Pre-Conditioned-Air-Systeme (PCA) abgeschaltet werden. Das reduziert nicht nur CO₂-Emissionen, sondern verbessert auch die Luftqualität rund um das Terminal und sorgt für deutlich weniger Lärm.
Teneriffa Süd befindet sich in guter Gesellschaft. Die meisten Flughäfen der Kanarischen Inseln sind derzeit auf Level 1 zertifiziert, während Flughafen Lanzarote bereits Level 2 erreicht hat. Große europäische Drehkreuze wie Flughafen London Heathrow oder Flughafen Berlin Brandenburg haben bereits höhere Stufen erzielt. Dank der intensiven Investitionen in Solarenergie wird Teneriffa Süd jedoch zügig aufschließen.
| Flughafen | ACA-Level |
|---|---|
| Teneriffa Süd | Level 1 (Übergang zu Level 2) |
| Lanzarote | Level 2 |
| Berlin Brandenburg | Level 4 |
| Frankfurt | Level 3 |
| London Heathrow & Gatwick | Level 4+ |
Der Weg zu Net Zero bis 2030 ist ein langfristiges Projekt. Mit der abgeschlossenen CO₂-Erfassung und gezielten Investitionen in Solarenergie sowie energieeffiziente LED-Technik treibt der Flughafen Teneriffa Süd die Reduzierung seiner Emissionen konsequent voran.
Wenn Sie das nächste Mal von oder nach Teneriffa Süd reisen, können Sie sicher sein: Der Flughafen arbeitet kontinuierlich daran, seine Umweltbilanz zu verbessern und die natürlichen Ressourcen der Insel zu schützen.